Als Fotografin inexistent

September 6, 2009 at 2:00 (Freunde, Gedanken, Gemecker, Hobby, Leben, Lingualer Überdruck, Neues)

~Was geschieht, wenn dir deine eigene Kamera die Seele stiehlt~

Es ist schön, für Fotos angefragt zu werden. Zeugt von einem gewissen Grad an Vertrauen und Beliebtheit, den man geniesst. Es ist schön, Fotos zu machen, sie zu erarbeiten und dann ein wenig zu be-arbeiten, wenn es denn vonnöten ist.

Grosses Aber. Es ist ein schlechtes Gefühl, an einem Wettbewerb teilzunehmen, den dritten Platz zu machen und dann nicht einmal mehr erwähnt zu werden, weil das werte Model alles Lob, alle Anerkennung (ganz zu schweigen vom kompletten materiellen Preis) einstreicht. Ich bin nicht mal mehr existent. Ich war einfach nur ein Mittel zum Zweck. Man wollte Fotos, IRGENDJEMAND muss sie ja machen. Und ich war wohl die Dumme, die sie gemacht hat und in Kauf nimmt, danach wieder in den Schrank der „unnützen Dinge, die man nur rausholt, wenn man sie wirklich braucht“ gesteckt zu werden.

Ich habe daraus gelernt, keine solchen Aufträge mehr anzunehmen. Ich lege keinen Wert auf materielle Belohnungen, ich nehme auch kein Geld für meine Bilder und es ist völlig okay so. Nur hätte ich gerne einen Funken Anerkennung. Irgend etwas, das mir sagt, dass das Model am Ende nicht so tut als hätte es die Fotos selbst gemacht. Ich bin ein Mensch. Ich möchte die Ergebnisse einer Arbeit zeigen und auch dafür anerkannt werden oder kritisiert, wenn die Ergebnisse verbesserungswürdig sind (was sie immer sind, weil ich in stetiger Entwicklung meiner Fähigkeiten und Kenntnisse bin).

Zu guter Letzt bleibt nur noch einmal zu betonen, dass ich ein Mensch bin. Ich existiere. Und wenn man meine Existenz und meine Arbeit und alles was dazugehört nicht für wichtig erachtet, kann man auch auf mich verzichten. Danke.

Einfach nur jemand. Ein Mensch.

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Von Akzeptanz und Kästchen

August 25, 2009 at 11:13 (Gedanken, Leben, Lesbenleben, Lingualer Überdruck, Neues)

~Schubladisierung für Akzeptanz~


Gestern im Starbucks habe ich das Gespräch einer Gruppe junger Leute belauscht, die auf Elf Uhr ein paar Schritte von mir weg sassen. Ja, liebe Kinder, ich bin die, die euch unauffällig aushorcht und dann eure privaten Gespräche ins Internet stellt. Genug aber der Geständnisse. Das Gespräch handelte davon, wer denn in der Gesellschaft akzeptierter sei; Schwule oder Lesben. Man einigte sich nach wenigen Minuten darauf, dass Lesben akzeptierter seien, weil es ‘normaler’ scheint, wenn Frauen sich küssen, als wenn es Männer tun. Das hat mir einiges zu Denken gegeben und ich habe mein Wuschelköpfchen mal wieder angestrengt. Folgendes kam dabei heraus, ja liebe Kinder, ich lasse euch daran teilhaben.

Zu allererst ist es eine Tatsache, dass die Erkenntnis der von mir ausspionierten Gruppe (bestehend aus einem Schwulen, zwei Hetero-Männern und zwei Hetero-Frauen) aus dem Denken einer patriarchal dominierten Gesellschaft resultiert. Die Überlegung war: Was finden Heteromänner, welche hier regieren, in Ordnung?

Antwort: Heteromänner stehen auf Lesben. 99.5% aller Lesbenpornos sind für Heteromänner, von Heteromännern, mit bisexuellen Frauen gedreht. Aber Heteromänner haben Angst / Ekel vor Schwulen, denn schwulsein ist erstens ein Schimpfwort und zweitens iih.

Fazit: Lesben sind akzeptierter. Von Heteromännern. Ergo von der Gesellschaft, denn diese wird von ebengenannten regiert.

So einfach ist das aber nicht. Bei weitem nicht. Um die Schwierigkeit des Ganzen zu erläutern, möchte ich zuerst mal die Menschen in supertolle, von allen Leuten immer geliebte und oft benutzte Schubladen einteilen. In den Schubladen befinden sich dann einzelne Kästchen, wo die groben Untergruppen drin sind. Die Untergruppen beziehen sich darauf, wie man allgemein zu Homos und speziell zu Lesben steht. Ich behalte mir vor, nur die heterosexuelle Gesellschaft zu schubladisieren, da es mir nicht sehr sinnvoll erscheint, die Bis und Homos in diese Akzeptanzdiskussion einzubeziehen, weil sie ja betroffen sind. Würde ich auch noch die Homos einbeziehen, die sich selbst nicht akzeptieren, würde ich nicht mehr fertig und zu weit vom Thema abweichen.

Schublade 1: Weils so schön ist, die Heteromänner.

Sie haben eines gemeinsam, sie stehen auf Frauen und nicht auf Männer, sind auch nicht bisexuell und kennen fremde Penisse nur von Weitem oder vom direkten Schwanzvergleich.

  • Kästchen 1: Richtig heterosexuelle Heteromänner, Man’s Men.

Sie hassen Homos. Schwule ganz besonders, weil diese könnten sie ja anstecken und alle Schwule sind tuckig und feminin, gnagnabla. Sie schauen sich Lesbenpornos an, weil sie sich gerne hübsche, feminine Frauen anschauen, die miteinander rummachen und stellen sich dabei vor, sie könnten dabeisein und wären der King im Ring. Sie träumen insgeheim oder relativ offen von einem Dreier mit zwei Frauen. Echte Lesben finden sie jedoch abstossend, weil sie spüren, dass sie bei denen keine Chance haben, auch nur in die Nähe eines Blickes auf einen Nippel zu kommen. Es ist frustrierend für sie, dass die reale Lesbierinnenheit nichts mit der mösenrosa Pornowelt zu tun hat, sondern viel eher mit Feminismus, Holzfällerhemden, kurzen Haaren und ganz, ganz vielen Frauen, die nie und nimmer (mehr) etwas mit einem Mann haben wollen und das auch ausstrahlen.

Keine Akzeptanz für Homos in Kästchen 1.

  • Kästchen 2: Leben-und-leben-lassen-Heteros

Ihnen ist’s egal. Sie wollen in Ruhe gelassen werden und stören sich nicht an irgendwelchen homosexuellen Aktivitäten jedweder Art. Akzeptanz kann man das allerdings nicht nennen, es ist eher Toleranz bis Ignoranz.

  • Kästchen 3: Nur-Gucken-Nicht-Anfassen-Heteros

Eine sehr komplizierte und inkonsequente Untergruppe. Sie können mit Homos an sich nicht wirklich etwas anfangen, beschäftigen sich nicht mit deren Angelegenheiten oder Anliegen, finden Lesben aber oft hübsch anzuschauen (vorausgesetzt Femme) und gucken auch gern ma beim Knutschen zu. Sie sind keine solchen Typen, die Schwule oder Lesben anpöbeln, vielleicht haben sie sogar einen Schwulen im Freundeskreis, mit dem sie sehr gut auskommen. Es kommt gut und gerne vor, dass solche Typen irgendwann nach Kästchen 4 wechseln.

Etwas mehr Akzeptanz für Lesben als für Schwule in Kästchen 3.

  • Kästchen 4 Weltoffene, tolerante, akzeptierende Männer

Ja sie sind hetero, aber muss man sie dafür gleich hassen? Wirklich nicht, weil beim zweiten Hinschauen mögen sie einen genau so, wie man ist. Ob man jetzt schwul, lesbisch, bisexuell oder hetero ist, man ist in ihren Kreisen willkommen, sie interessieren sich für die Schwullesbischen Belange und schämen sich nicht für einen in der Öffentlichkeit.

Akzeptanz für Schwule un Lesben in Kästchen 4.

Schublade 2: Heterofrauen

Sie sind hetero. Stehen auf Männer, nicht auf Frauen und finden Mösen nicht anschauenswert, oftmals nicht mal die eigene.

  • Kästchen 1: Wirklich heterosexuelle Heterofrauen

Oftmals in Kirchenvereinen zu finden, mögen sie genau wie die Kästchen 1-Männer keine Homos jeglicher Art und Ausprägung. Wenn sie von einer lesbischen Frau in ihrem Bekanntenkreis über deren sexuelle Orientierung erfahren, klammern sie sich an ihren (falls vorhandenen) Freund oder Ehemann und hoffen inständig, nicht angebaggert oder überhaupt weiterhin belangt zu werden. Sie ändern auch schlagartig ihre Meinung über eine Person, wenn sie rausfinden, dass diese homosexuell ist. Oft halten sich solche auch in Gruppen auf, wo sie nahezu die einzige Frau sind und lassen sich von den Kerlen rundrum beschützen und geniessen die lüsternen Blicke auf das Dekoltée.

Keine Akzeptanz für Homos in Kästchen 1.

  • Kästchen 2: Leben-und-leben-lassen-Heteros

Ihnen ist’s egal. Sie wollen in Ruhe gelassen werden und stören sich nicht an irgendwelchen homosexuellen Aktivitäten jedweder Art. Akzeptanz kann man das allerdings nicht nennen, es ist eher Toleranz bis Ignoranz.

  • Kästchen 3: I-kissed-a-girl-and-I-liked-it-Frauen und Gay-Groupies

Wie auch Kästchen 3 bei Männern ist dieses Kästchen bei Frauen sehr kompliziert. Es sind Weiber, die zwar definitiv hetero sind, jedoch ab und zu mal eine Frau (vorzugsweise die beste Freundin, oft aber auch eine willige Bi oder Lesbe) küssen, meist um Blicke auf sich zu ziehen oder sich sonstige Vorteile daraus zu schlagen. Mit der wirklichen Lesbenszene wollen sie nichts zu tun haben. Der Satz „Wenn du ein Kerl wärst, würd ich dich nehmen“ oder auch „Ich hab dich zwar angemacht, aber ich steh auf Pimmel“ ist ihnen fast schon auf die Stirn geschrieben und sorgt für rollende Augen bei echten Bis oder Lesben. In dieses Kästchen gehören auch die Gay-Groupies. Das sind Frauen, die sich an schwule Männer hängen, sie sich als „Beste Freundin Männlich“ unter die manikürten Fingernägel reissen, es total süüüüüüüüüss finden, wenn Männer sich küssen, in Gaybars gehen um obengenanntes zu beobachten, sich aber von Frauen auf keinen Fall anmachen lassen. Weil Frauen, besonders Lesben, sind ja iih.

Etwas mehr Akzeptanz für Schwule als für Lesben in Kästchen 3.

  • Kästchen 4: Die ideale Hete

Sie spielen keine Spielchen. Sie sind hetero und stehen dazu, küssen nicht mit Frauen rum und akzeptieren Menschen jeglicher Orientierung in ihrem Freundeskreis.

Akzeptanz für Schwule und Lesben in Kästchen 4.

Aus dieser Aufzählung wird ersichtlich, dass eigentlich die Akzeptanz oder auch Nicht-Akzeptanz eher ausgeglichen scheint. Es kommt vielmehr darauf an, mit welchem Individuum man sich gerade abgibt, wenn man akzeptiert werden will, als auf die Gesellschaft an sich. Lesben werden eher und schneller akzeptiert, wenn sie feminin sind und weil viele Heterofrauen mit ihren Spielchen die enge Stirn der Allgemeinheit etwas lockern. Aber, liebe Femmies… Auch ihr (wir) werdet diskriminiert und gehasst, sobald gespürt wird, dass kein Dreier drinliegt. Richtigen Homophobikern ist es schnurz, wie Du aussiehst, denn sie sind gegen Deinen Lebensstil, gegen Deinen Liebesstil, gegen das, was Du bist und gegen die, die Du liebst.

Fazit: Akzeptanz und Diskriminierung ausgeglichen, denn so leicht haben es Lesben dann auch wieder nicht ;)

Dat FeenMacho

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Mutig, mutig

August 21, 2009 at 10:07 (Freunde, Gedanken, Gemecker, Leben, Lesbenleben, Lingualer Überdruck, Neues) (, , , , , , , , , )

~ Was geschieht wenn frau sich allein in die Lesbenszene wagt ~

Einsteigen würde ich gern mit einer Frage , doch nun hat dieser sinnlose Konjunktivsatz dies schon vorweggenommen. Die Frage lautet: Wie kommt frau (ja, wahnsinnig feministisch heute) in die Lesbenszene, ohne irgendeine Person zu haben, die eine auch wirklich dabeihaben will? Geht frau alleine? Ja, sie geht, wenn sie Mut hat, der schon an Lebensmüdigkeit grenzt. Und nein, das war verdammt nochmal kein Selbstkompliment, denn das Resultat des mutigen Alleingehens ist denkbar komplementär zu schmeichelhaft. Frau geht also allein. Sie weiss, dass sie an dieser Party höchstwahrscheinlich kein Bein und auch keine andere Gliedmasse kennen wird. Mutig, mutig. Eigentlich ist frau müde und pissed (ja, frau sollte weniger Anglizismen usen, aber ‘angepinkelt’ klingt weniger…. es klingt weniger.). Aber sie geht. Findet die Location allein und ohne jemanden nach dem Weg zu fragen. Zu letzterem ist sie sich im Übrigen nie zu schade. Sie lernt schnell Leute kennen. Tut sie immer, liegt wohl an der Ausstrahlung; (ui, Semikolon) Verzweifelt, allein und sich ihres eher mässigen Aussehens vollkommen bewusst und es trotzdem versuchend.

Und jetzt höre ich auf von mir in der dritten Person zu schreiben, ist ja grässlich. Ich weiss nicht, ob mein mangelndes Selbstbewusstsein (welches ich gut mit Charme überspiele) daran schuld ist, dass ich oft das Gefühl habe, dass man oder frau sich nur aus Mitleid mit mir abgibt, oder ob es wirklich so ist. (Was ist denn ‘wirdlich’ für ein Wort? Das hab’ ich grad geschrieben ô0) Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Es gibt nunmal Leute, die sind eben nett.
Wie gesagt fällt es mir an und für sich nicht schwer, irgend jemanden zum Reden zu finden. Grosses Aber. Es bereitet mir Unbehagen, mich in eine Gruppe zu begeben, in die ich nicht gehör’ und in der man auch keine Neuen will. Damit meine ich nicht die ‘Lesbianhood’ an sich, denn in DIE Gruppe gehör ich so oder so. Ich meine diese kleinen oder grösseren Grüppchen, die unabhängig voneinander doch miteinander verstrickt sind. Ich mag stricken, ist mein Hobby. Nicht ablenken, nicht rumlabern. Aus den eben genannten Grüppchen besteht die Szene. Loner, Einzelgänger (ich mag das Wort ‘Loner’ lieber) gibt es nur ver-einzelt (haha Wortspiel). Vereinzelt ist irgendwie dasselbe wie vereinsamt. Immer diese Wortspielereien. Zurück zu den Grüppchen, Motto: Ey, du kommst hier net rein, so vermauert wie der Schritt einer achzigjährigen Nonne. Man findet einzelne Mädels in den Gruppen, mit denen man sich versteht, kann aber nicht im laufenden Maschennetz der Lesbianhood-verstrickung funktionieren. Lässt man sie wissen, dass man alleine da ist, (ja, tu ich, weil ich meine Klappe kaum zukrieg) dann gibt man ihnen sofort das Gefühl, dass man sich an sie hängen will. Wenn das erstmal geschafft ist, gibt es zweienhalb Möglichkeiten wie es weitergeht:
1. Die Person ist genervt und zeigt das mit demonstrativem weggehen und -gucken und sehr deutlicher Kontaktaufnahme zu alteingesessenen Gruppenmitgliederinnen.
2. Die Person geht oder guckt zwar weg und sucht Mitgliederinnenkontakt, aber sie fühlt sich deswegen dann schlecht, weil man ja alleine da ist und sie es weiss.
2 1/2. Zweieinhalbtens. Wollt ich nur mal schreiben, ist irgendwie süss. Die Person findet einen toll und integriert einen so gut es geht ins Grüppchen.
Passiert praktisch nie, drum gilt es nur ein Halbes. Mischformen der zweieinhalb Möglichkeiten treten durchaus auch auf. Mein grosses Problem (okay, eins meiner grossen Probleme) ist, dass ich derlei… Schwingungen (?) gut wahrnehme und mich zumindest bei 1. und 2. anfange gehörig schlecht zu fühlen.

Wo wir wieder bei angepinkelt wären, was wir anfangs nur waren, weil wir uns dank unseres unbändigen Charmes eine Sightseeingtour mit einem schwulen Finnen eingehandelt haben, bei 35°C und wo wir eigentlich einen Tag mal etwas Ruhe haben wollten. Also bin ich wieder pissig, angepinkelt, pinkelig… Und schwanke zwischen fast schon zynischem Selbstmitleid, seufzen und der Einsicht, dass ich fast nur Mäusekacke laber oder aber ganz klein mit Hut bin. Diesmal ohne Hut, also lediglich ganz klein. Was hab’ ich daraus gelernt?
1. Alleine in die Szene gehen ist erstens mutig und zweitens dumm.
2. Kompliment-Zettelchen sind süss, kreativ, charmant und intelligent und bringen nix.
3. Wenn man nicht hübsch genug ist um ein vorzeigbarer Neuling zu sein, sollte man es ohne wirklich, WIRKLICH echte Freundinnen gar nicht erst versuchen.
4. Fragen ob jemand mitkommt ist lächerlich, zumal das dann wieder Leute aus Grüppchen sind, in die ich nicht gehör’.

Fazit: Die Szene ist für mich ein Teufelskreis aus Angepinkeltheit, krankhaften Mut-Anfällen und – ich finde kein Adjektiv, das schafft mich grad – Nicht-Zugehörigkeit.

Fazit vom Fazit: Zuhause bleiben, Fresse halten.

Gute Nacht.

PS. Ich bin vom Apart bis zum Helvetiaplatz quer durch Zürich mit kleinem Umweg über den Limmatplatz, dann Hauptbahnhof, Paradeplatz und von da nach extralanger Schreibeinlage weiter der 8er Tramlinie entlang bis zu oben genannter Destination zu Fuss gegangen. Wurde einmal angemotzt und am Paradeplatz während des Schreibens zweimal für nen Kerl gehalten, habe meine übriggebliebenen Komplimentzettel vernichtet und die Ehre, beim Aufbau des Wochenmarktes auf dem Helvetiaplatz zuschauen zu können.
Ich habe in diesem Beitrag (nächstere mitgezählt) 13 Anglizismen geused und werde mein Einzelgängerinnendasein wohl oder übel akzeptieren.

Pps. Die eine Olle von der einen WG hat sich trotz Erinnerungs-SMS nicht gemeldet, soll ich das als Absage werten?

Die Pummelfee, der Einssechzig-Macho

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Nach einem Titel ringend

Juli 4, 2009 at 3:22 (Uncategorized)

~ Esta chica está loca. Loca, loca, loca ~

Wieder denke ich viel an dich. Abends. Mittags. Morgens. Vorm Einschlafen. Unser Lachen bringt mich zum Weinen. Immer wieder. Die Erinnerung an Schönes weckt hässliche Gefühle. So ist es nunmal. So sind Menschen. Du bist wohl die Einzige, die diesen Eintrag niemals lesen wird. Denn ich glaube nicht daran, dass du’s sehen kannst. Und du im Übrigen auch nicht. Beruhigend, dass wir wenigstens da dieselben Ansichten hatten. Wenn auch nicht ganz. Ich habe mich einfach darauf eingelassen was du glaubst, um dich besser zu verstehen. Und jetzt bleibt mir nichts anderes als anzunehmen, was denn hätte sein können. Was du denken würdest. Was du tätest.

Ich vermisse dich sehr. Du bist glücklich. Ich sollte es auch sein. Hoffentlich ist mir verziehen, dass ich noch immer weine. Um dich. Um unser Lachen. Denn ich werde dich nie vergessen.

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Regeln schaffen Ausnahmen

Juli 2, 2009 at 11:29 (Freunde, Gedanken, Leben, Lingualer Überdruck, Neues, Uncategorized) ()

~In Freiheit gefangen und gezwungen, Glauben zu Wissen zu stempeln ~

30.05.2009

Was hat sich getan in den vielen, vielen Tagen, in denen ich meinen Blog habe verwaisen lassen? Hat das virtuelle Wörterkind wirklich seine Mutter und seinen Vater verloren, die beide ich bin? Das denke ich nicht. Denn ich existiere noch und der Blog hat ganz sicher nicht vergessen, wo er herkommt.

Liebe kommt und geht, das ist die Regel. Die Ausnahme besteht darin, wenn die Liebe geht, bevor sie überhaupt gekommen ist. Nur kurzes Vorbeizwinkern, begleitet von einem hämischen Grinsen und einem hochgereckten Mittelfinger. Geschlechtsunspezifische Körperöffnung südlicher Lokalisation; Voraussetzung dafür ist der aufrecht gehende Mensch. Arschloch. Wie ein solches fühle ich mich. Rund, von Fett umgeben, eng und schmutzig und was rauskommt ist Scheisse. Alles, was ich sage, scheint in den letzten Tagen wieder einmal dazu verdammt zu sein, auf taube Ohren zu stossen. Sollte es bis zum Gehirn des Gegenübers durchdringen – die Götter wissen, wie – stösst es dann auf Unverständnis oder Sturheit oder beides.

Es ist keine gute Basis für eine Beziehung, eine Liebesbeziehung, wenn man nicht wirklich weiss, was man denn dem Partner glauben kann. Immer mehr Geschichten kommen ans Licht und fehlender Kontakt lässt mich allein mit meinen Gedanken und schliesslich dumm sterben. Du, dieser Mensch, dieser zarte, begehrenswerte Mensch; Woher kommst du? Wie ist dein Name? Wie trägst du dein Haar? Auf welcher Seite schläfst du? Wie klingt dein Lachen? Wie sprichst du, wenn du dich wohl und geborgen fühlst? Was isst du am liebsten? Und was trinkst du? Wohin gehst du? Wo kann man dich berühren und wo berührst du andere? Wie würdest du deine Wände in deiner Wohnung streichen? Welche Farbe haben deine Socken? Wie tief sind die Fältchen auf deinen Wangen, wenn du lachst? Welche Worte benutzt du am meisten, ohne es überhaupt zu merken? Lügst du mich an? Tust du es, um mich vor Verletzung zu schützen, Verletzung durch dich?

Liebst du mich? Liebst du mich nicht? Viele Dinge in meinen Gedanken benutze ich einzig und allein dazu, mir eine Verletzung schön zu reden. Und viele Dinge dienen dazu, mich abzulenken davon, noch tiefere Gefühle zu entwickeln. Ich will nicht schon wieder emotional Blankziehen vor einer Person die mir nah ist. Ich will Dich.

Was und wer auch immer sich in unseren Weg stellen will… ich will dich. An meiner Seite. Nicht, um dich zu besitzen. Sondern, um dich zu spüren und dir gut zu tun, so gut, wie du es mir beschrieben hast. Du bist in niemandes Besitz. Und ich auch nicht. Wenn wir uns lieben, dann müssen wir uns nicht aneinander binden, denn alles was wir tun und sagen nährt die Nähe.

Willst du mich?

Genug gesagt. Auf zur Tat. Du und ich.

Deins.

>Blogeintrag wiedergeholt um Zensur zu minimieren<

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Post mortem

April 14, 2009 at 7:04 (Freunde, Gedanken, Leben, Lingualer Überdruck, Neues) ()

~ Auferstanden aus Asche und Glitzerstaub – Wie das wohl riecht? ~

Die Fee ist tot – Es lebe die Fee. Sie ist neu. Wie ein Phönix auferstanden, hat sich erhoben aus ihrer eigenen Asche, hat den Kopf nicht zu lange in ihre eigene Scheisse getunkt und geduscht hat sie auch schon. Ein richtiger Erfolg. Die Gedanken zu ordnen und in andere Bahnen zu lenken fällt oft schwerer als es aussieht. Zurück bleibt ein angestrengter Gesichtsausdruck ohne jeden ersichtlichen Grund.

Wiedergeboren bin ich. Nun beginnt die Arbeit erst recht. Wieder laufen lernen. Sprechen. Mit anderen umgehen. Sich manierlich verhalten. Bei rot nicht über die Strasse gehen, sonst aua. Die Hand nicht ins Feuer halten, sonst aua. Keine Liebe zulassen, sonst aua.

Ja, darauf wollte ich hinaus. Liebe tut weh. Nicht vorhandene Liebe noch mehr. Eigentlich tut alles weh, was man sich nur in dem Zusammenhang vorstellen kann. Die neue Fee muss diese Lektion nicht lernen, denn darauf fusst ihre gesamte Existenz. Es ist die einzige Lektion, die sie vom vorherigen in dieses Leben mitgenommen hat. Sei’s gedankt. Lernprozesse und kräftige Veränderungen sind im Gange. Ob diese dazu führen, dass sie weiter um die verlorene Liebe kämpft, bleibt abzuwarten. Es ist nicht alles in ihrer Hand. Zur Zeit muss sie sich höllisch anstrengen um auch nur einen Funken Hoffnung zu sehen, denn der Begehrte gibt ihr dazu nicht allzuviel anlass. Eigentlich gar keinen. Nur winzige, miniklitzekleinzwergische Nuancen einst gefühlter Emotionen. Eine Regung. Ein Wort, eine Formulierung. Und es bleibt zu hoffen, dass diese keine Missverständnisse waren.

Er würde kämpfen. Er würde. Würde sie auch? Hat sie die Kraft dazu, zumal er diese immer noch mit sich an der Gürtelschnalle herumträgt und es nicht für nötig hielt, sie ihr zurück zu geben? Man kann es ihm nicht verübeln, wahrscheinlich hat er nicht einmal gemerkt, dass er alles hat. Ihre Kraft. Ihre innere Stimme. Den Schlüssel zu ihrem Herzen. Ihre Wirkung auf andere. Ihre Synonyme.

Die Antwort ist: Ja, sie hat die Kraft. Sie hat sie noch. Ein kleiner Teil ist übrig geblieben und bereit zu neuen Schandtaten. Ohne Schand. Nur Taten. Sie hat sich schon Pläne aufgestellt. Gute Pläne. Sie kann keine Liebe erzwingen. Nur wiedererwecken. Vor sich hat sie ein Häufchen Asche. Sie hütet es wie einen Schatz, um eines Tages die magischen Worte zu sagen, auf dass sich die Asche entzündet und ihr Prinz daraus hervorsteigt, der ihr einen Ring ansteckt.


Ein Abschluss fehlt mir. Aber ich glaube, der Anfang war schon Schluss genug. Und Schluss war schon Anfang genug.


Die Fee

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Mit schweren Händen und leerem Herzen

April 8, 2009 at 10:19 (Bloggen, Freunde, Gedanken, Gedicht, Leben, Lingualer Überdruck, Neues) ()

~Reached the dead end of my life~


Das tote Ende, zu Deutsch die Sackgasse, meines Lebens führt nicht wie man es erwarten könnte entweder in den Tod oder in einen Sack. Es führt zu mir. Alle meine Wege führen zu mir zurück, was frustrierend ist, denn bei mir sein ist das Letzte, was ich in diesem Moment will.


Jedes Mal, wenn jemand aufhört, an Feen zu glauben, stirbt eine von ihnen. Mich hat’s nun getroffen. Ich bin am Ende, die Fee in mir klimpert verzweifelt mit ihren geknickten Flügeln, doch sie kann nicht mehr fliegen. Eine Wunschfee wollte ich oft sein. Doch meine eigenen Wünsche konnt’ ich nur spärlich erfüllen. Ich wünsche mir einen letzten Wunsch. Es bringt nichts, um Liebe zu betteln und zu heulen. Es bringt nicht einmal etwas, sie sich zu wünschen. Kämpfen ist schwer, aber das einzige, was es gibt. Ich muss die Stimme in meinem Kopf abstellen, die bittet und bettelt. Sie soll verschwinden, sterben, von mir aus in den Urlaub fliegen, doch weg soll sie von mir. Weit weg. Eine Fee braucht Ruhe. Und jemanden, der klatscht, um sie wiederzubeleben. Nur eine Person ist würdig, diese hier ins Leben zurück zu klatschen. Aber ob diese Person es will, ist fraglich. Steht noch aus. Bald trete ich ihm gegenüber. Schön darauf Acht gebend, dass ich dabei nicht auf meine Ehre trete, die zu seinen Füssen liegt. Ehre, Stolz, Vertrauen, Liebe, Glitzerstaub, der Zahn einer Zehnjährigen, ein halber Zauberstab, Kekskrümel, noch mehr Glitzerstaub, ein Wunschgutschein, ein Dankeschön, oh meine Kreditkarte…. Alles ist in meiner Tasche zu finden, die übervoll und überfordert ist. Könnte sie schreien, würde man sie bis Neuseeland hören.

„Oh dear, what was that?“

„Sounded like a tortured handbag.“


Welches Geräusch macht ein gebrochenes Herz?

- Gar keines, das Weinen, Toben und Schluchzen übertönt alles. Ein Herz hat es nicht nötig, ein Geräusch zu machen. Es ist so schon effektiv genug. Ich habe das beste Pokerface aller Zeiten. Müsste es mal wieder ausgraben, um nicht zu angeschlagen zu wirken. Ist mir meine Wirkung auf andere wirklich so wichtig? So verdammt wichtig, dass ich dabei mich selbst ganz vergesse? Meine Wirkung auf andere ist weder ehrenhaft noch schön. Eigentlich will ich gar nicht wissen, wie sie ist. Sie kann gemeinsam mit der bettelnden Stimme in den Urlaub fliegen. Alles was ich will, ist im Herzen eines einzlenen Mannes, eines bestimmten Mannes. Und in meinem Herzen, das gerade brachliegt, so dass jeder, der genauer hinsehen will, den Trümmerhaufen begutachten kann. Trümmer und Glitzerstaub. Hat ein Feenherz auch Flügel?


S’isch mer alles eis Ding

obi lach’ oder sing’

Han es Herzeli wines Vögeli

darum liebe’n i so ring.


Schnellliebende Leute werden schnelllebigerweise äusserst effizient verletzt. Dann wird ihnen wieder alles ein Ding, alles einerlei, alles egal, wow ich kenne Synonyme.


Und mis Herzli isch zue

S’ chas mer niemert uuf tue

Ussert irgend es schlaus Bürschteli (<- keine Bürste, ein Burscht, ein Knabe)

hät es Schlüsseli derzue.


Wo der Schlüssel gerade ist weiss ich nicht. Er hatte ihn ja, den Schlüssel, aber ich glaube er hat ihn fortgeworfen. Vielleicht ist er jetzt da, wo die bettelnde Stimme und meine Wirkung auf andere sind.


Und du bruchsch mir nid z’ trotze

Ja susch trotz’ i dir au!

Denn sones Bürschteli wi du eis bisch

sones Meiteli bini au.


Bin ich das? Eine kleine Fee, ein Mädchen das schreibt, aber nicht schreit, weil ihre Kraft zusammen mit einer nervigen Gedankenstimme, der Wirkung auf andere und dem Schlüssel zu ihrem Herzen auf Urlaub ist. Ich bin so ein Mädchen, wie er auch ein Knabe ist. So eins bin ich. Ich kann auch trotzen. Aber ich muss gar nicht trotzen, er trotzt mir gar nicht. Jetzt hab ich zu oft ‘trotz’ geschrieben, Synonyme sind wohl auch im Urlaub. Es würde mich freuen zu spüren, ob da noch ein Funken Hoffnung springt. Ein Funken Liebe. Da ich ja nicht betteln werde, wird es sicher gut laufen. Diesen Satz sollte ich wieder löschen. Nein, keine Gedankenzensur diesmal. Ein wahrer Blog. Zwar ohne (oder fast ohne, hoffentlich) Schreibfehler, aber immerhin ehrlich. Sauber. Rein.


Gegen Liebeskummer arbeiten ist scheinbar einfach. Doch ich möchte es gar nicht. Es soll sich wieder einrenken, weil da Hoffnung ist. Ich wollte eine Geschichte schreiben, aber die Ideen sind immer nur so vage. Mal schauen, ob ich es hinkriege. Wenn ich mich anstrenge, dann schaff’ ich alles. Alles.

Aber nicht allein.

Wenn du es gerade liest… du bist der einzige Mensch, vor dem ich beruhigt weine. Ich öffne mich dir völlig. Und ich kann die sein, die dir gut tut. Bring deinen Ring mit, vielleicht trägst du ihn ja noch. Bring ihn mit, ich will ihn haben.

Und bring mir meine Kopfstimme, meine Wirkung auf andere, den Schlüssel zu meinem Herzen, meine Kraft und die Synonyme wieder, ich glaube die sind bei dir.


Deine Pummelfee.

Deine Jasmin

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Eine Seele ging zurück

März 25, 2009 at 9:55 (Freunde, Gedanken, Leben, Lingualer Überdruck, Neues, Religion) ()

~Was bleibt, sind die Erinnerungen~

Heute Nachmittag bist du gestorben, Anita K. Du hast uns, diese Welt verlassen, im Wissen dass es dir im Paradies besser geht. Du glaubst daran, das ewige Leben ohne Schmerz und Qual zu finden. Lange hast du gegen den Krebs gekämpft, bis du schliesslich Frieden mit dir und deinem Gott und Jesus fandest und dich niederlegen konntest zur allerletzten Ruh’. Wir erinnern uns an dich. Wir denken an dich, schicken dir einen Teil unseres Herzens. Wo immer du jetzt sein magst. Woran immer man glauben mag. Du warst ein wunderbarer Mensch und du hast mich gelehrt, dass es nicht lohnt, zu streiten und dass man sich verändern lassen muss. Schlaf schön, Anita. Lebe wohl dein ew’ges Leben, eingehüllt in die Liebe deines Herrn.


Wir haben zusammen über schwule Bergpinguine gelacht. Über zerstörte Harmonien. Du hast gesungen. Ich werde für dich singen und es aus meinem Herzen tun, damit du es hörst.


In Liebe, Trauer und Erinnerung


Deine Jasmin

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The Fairy is a Beast

März 25, 2009 at 6:56 (Freunde, Gedanken, Leben, Lingualer Überdruck, Neues, Uncategorized) ()

~Wenn Flügel brechen und niemand da ist, um es zu hören…. tut es dann trotzdem weh?~

Liebe Liebe,

dies ist ein Brief an dich. Ein Blog an dich. Du warst mir immer schon eine untreue, unbeständige Schnepfe und ich kann mich nur schwer dazu durchringen, dir zu schreiben. Du hast mich mit einem kaltschnäuzigen, abweisenden Vater, einer egoistischen, labilen Mutter und somit einem wunderbar intakten Umfeld gesegnet. Ich bin zufrieden und glücklich aufgewachsen, dann wurde ich dreizehn und meine Mutter zog aus und mein Vater gab sich seiner nunmehr grössten Liebe hin, Jack Daniels. Ein netter, wohlriechender Mann mit betörendem – oder sollte ich sagen, betäubendem – Charme.

Liebe Liebe, es gibt abseits meiner leiblichen Verwandtschaft nur eine Person, bei der ich noch über dich reden könnte. Er ist es. Er ist derjenige, mit dem ich eigentlich den Rest meines Feenlebens verbringen wollte. Doch ich habe nie gelernt, dich zu akzeptieren, zu respektieren und dich zu leben. Ich habe mich um dich nie bemüht, genausowenig wie um ihn. Meine einzigen Bemühungen bestanden darin, zu klammern und zu zicken, womit ich mir den Titel Teufelsfee mit Ziegenhörnern wohl verdient habe.

Nach langer, langer Zeit hat er genug von mir. Es tut sehr weh, getrennt zu sein. Wenn auch nur auf Zeit. Angeblich. Meine grösste Angst besteht darin, dass er mich nach diesen zwei Wochen nicht mehr will. Mich nicht mehr liebt. Dass er nur kommt um seine Sachen abzuholen und dann eine Freundin findet, die gut für ihn ist. Was ich die ganzen vier einhalb Jahre lang nicht war.

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Aber die Besserung besteht aus mehr als Einsicht. Sie besteht aus Schweiss und Arbeit, aus Wille und … Arbeit.

Ich werde arbeiten. Klar Schiff machen. Ich habe schon damit begonnen, aber es geht mehr, es muss mehr gehen. Und wenn es dann doch zuende ist… und ich allein dastehe, mit dir, du treuloses Pupsgesicht mit Sosse… habe ich wenigstens alles getan.

Liebe Liebe, lass uns beide nicht zulassen, dass wir beide hier alleine enden. Das wäre nicht gut für dich.


Deine

Pummelfee mit den gebrochenen Flügeln

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The Fairy and the Staple Gun

März 17, 2009 at 7:18 (Freunde, Gedanken, Leben, Lingualer Überdruck, Neues)

~ Die Fee und die Postich-Pistole oder welche Gedanken aus meinen neuen Löchern flöten ~

In letzter Zeit liebt die kleine Fee wieder die Tackerkanone, sie liebt sie fast über alles. Denn das Gerät verschafft ihr Kicks, neue Schönheitsgefühle und Löcher an Stellen, an denen ihr bei Regen das Wasser unter die Haut läuft.
Am Dienstag hab’ ich mir ein zweites Ohrloch und ein Tragus-Piercing machen lassen. Tragus ist dieser kleine Knorpel in der mitte des Ohres direkt am Gesicht. Also auf jeden Fall nannte man das im Studio so. Ich mag es, es glitzert und ist grün.

Warum lässt frau sich stechen? Um irgendwann ein Nadelkissen zu sein? Bestimmt nicht. Ich tue es, weil ich den Körperschmuck faszinierend und schön finde, schon seit… immer. Es gefällt mir und ich bin konsequent genug, auch einen spontanen Piercerbesuch gut durchzuziehen. Und bald, bald will ich mich auch tättowieren lassen. In zwei Jahren oder so.

Nach so bald hört sich das gar nicht an. Doch das ist klar, hier im Internet läuft die Zeit anders. Schneller. Das Zeitempfinden ist, wenn man oft in Chats verkehrt, total im Raffer und nach einer Weile total im Arsch. So kommt es vor, dass ach so tolle Chatbekanntschaften einen nicht mehr kennen, wenn man im Realen Leben zwei Monate weg war. Zwei Monate. Und die Leute verhalten sich, als wären es sieben Jahre gewesen. Das ist traurig und macht irgendwie die Kommunikation schwierig. Jedoch wenn die Zeit schneller vergeht, tun dies auch Schmerz und Enttäuschung. Man vergisst eher, was einen geärgert hat. Ein grosser Vorteil. Trotzdem fände ich es oftmals schöner, die beiden Welten würden sich in selben Rythmus drehen. Mozart zum Beispiel. Warum drehen wir uns nicht alle zu einer „kleinen Nachtmusik“? Streicher und Flöten… Von vielen Flöten in meinem Leben hab ich allerdings den Popo gestreichert voll.

Von meinem Vater. Wir kennen uns nicht mehr, er ist nunmehr nur noch mein „Erzeuger“.
Von einigen vermeintlich vielversprechenden Dates. Wir kennen uns nicht mehr.

Stechen lassen heisst Veränderung. Der Mai macht nicht immer alles neu, die Staple Gun tut’s auch. Ein Eskimo-Piercing wird’s in etwa zwei Wochen werden.
Mein Tattoo später wird mich repräsentieren. Mich auf mir, ein Teil meiner Seele nach aussen gekehrt auf meiner Haut. Ein schöner Gedanke.

Amen

Nein, noch nicht ganz Amen. Nicht „so sei es.“. Es sei nicht, dass mit all der Veränderung und all der Schnelllebigkeit jene vergessen werden, bei welchen Veränderung zu Schnell-ablebigkeit führt. Meine Freundin wird bald ins Himmelreich aufsteigen, die Veränderung in ihrem Körper macht diesen zu einer schwachen Hülle für ihren wachen Geist. Bei vollem Verstande erlebt sie, wie ihr Dasein an ihr vorbei-schnelllebt. Ich werde sie niemals vergessen.

Amen.

~ Ich liebe dich
Ich liäbe dich
I love you
Je t’aime
Ti amo
Te amo
Aishiteru
Wo ai ni
Ohe’vet
Volim te
Jag älskar deg

Ik hou van jou
Jeg elsker dig~


Eure Pummelfee

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